SV! Sorores Hypatiae Oldenburgensis
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Hypatia

 

Hypatia (* unbekannt, † 415 n. Chr.) ist unsere Namenspatronin. Sie war die Tochter des Mathematikers Theon von Alexandria, von dem sie auch ihre Ausbildung erhielt. Recht bald wandte Hypatia sich dem Studium der Philosophie zu. Ihre philosophischen Abhandlungen sind jedoch verschollen. Als Philosophin wird sie der neuplatonischen Schule zugerechnet. 

 

Sie lehrte als erste Frau an der Hochschule von Alexandria und war weithin als Philosophin und Ratgeberin bekannt und geschätzt. So sagt Socrates, ein Geschichtsschreiber, über sie: „Den Behörden gegenüber trat sie freimütig und mit dem Selbstbewusstsein auf, das ihre Bildung ihr verlieh, und sie zeigte auch keine Scheu, sich in der Gesellschaft von Männern zu bewegen. Wegen ihrer außergewöhnlichen Intelligenz und Charakterstärke begegnete ihr nämlich jeder mit Ehrfurcht und Bewunderung.“

 

Auch Orestes, der Stadthalter von Alexandria, zählte sie zu seinen Beratern. Darin ist wohl auch der Grund für ihre Ermordung im Jahr 415 zu suchen, wenngleich die näheren Umstände nie geklärt werden konnten. Nach Angaben des Socrates soll sie auf Betreiben und unter Mitwirkung des Bischofs Cyrillus grausam gefoltert und ermordet worden sein, ihren Leichnam sollen jene anschließend zerstückelt und verbrannt haben. Als Grund für diese Bluttat gibt Socrates die Befürchtung des Cyrillus an, Hypatia wolle seine Versöhnung mit Orestes hintertreiben. 

 

Hypatia gilt heute vor allem als sittenstrenge Frau. Trotz ihres hohen Ansehens und ihrer legendären Schönheit blieb sie zeitlebens unverheiratet. Sie gilt allgemein als ein Vorbild an Keuschheit und Tugendhaftigkeit und ist Anlass für zahlreiche literarische Werke. Beliebt ist heute vor allem Arnulf Zitelmanns Hypatia. 

 

Warum wir gerade sie gewählt haben? Für uns ist sie ein Vorbild und Verfechterin unserer Grundprinzipien, libertas, modestia, fidelitas. Als Frau, die in ein extrem patriarchalisches System hineingeboren wurde, fand sie ihren angesehenen und durchaus gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft – nicht durch krampfhafte Bemühungen, sondern allein durch ihren herausragenden Charakter und ihre fachliche Kompetenz – eben sine ira et studio!

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